Die Eisernen

„Die Eisernen“

Noch einmal zeigt die Steinachbühne Algund im Jubiläumsjahr ein besonderes Theaterstück: Regisseur Andy Geier, selbst lange Jahre Mitglieds des traditionsreichen Algunder Theatervereins, hat ein wahres Kleinod der Theaterliteratur ausgewählt: Die Eisernen.

Das Stück des italienischen Autors Aldo Nicolaj (1920-2004), wurde 1974 in Budapest uraufgeführt und dreht es sich um ein zentrales Problem unserer Gesellschaft: das Alter. Der Autor wirft in seinem Stück einen ermutigender Blick auf das Alter – denn das Leben ist im Alter noch nicht zu Ende. Kritisch-ironisch reflektiert das humorvoll-ernste Stück den Jugend- und Schönheitswahn unserer Gesellschaft und den verkannten Wert und Reichtum des Alters.

Auf der Bühne stehen mit Theo Rufinatscha und Erwin Oberhuber zwei erfahrene Darsteller. Erwin Oberhuber, seit 1989 Mitglied der Steinachbühne Algund hat in zahlreichen Stücken das Publikum begeistert. Theo Rufinatscha, kommt im Jubiläumsjahr der Steinachbühne zu einem Gastauftritt nach Algund zurück: Im Jahr 1986 hat er für die Steinachbühne die „Waalhirtsrosl“ Regie geführt – es war dies das erste Stück, dass die 1985 gegründete Bühne gezeigt hatte.

Alt wird jeder einmal – daran hat sich bis heute nichts geändert. Aber wie wird es aussehen, das Altsein? Wird man noch ein selbst bestimmtes und würdiges Leben führen? Oder wird man abgeschoben – von der Gesellschaft an den Rand gedrängt und von den Kindern bloß noch geduldet werden? Wird man einsam und allein vor sich hinkränkeln oder ist man doch noch fähig zu einer neuen, tiefen Freundschaft, die einen mit Lebensfreude erfüllt? In „Die Eisernen“ gibt Regisseur Andy Geier einen Einblick in einen solchen letzten Lebensabschnitt. Tragisch, komisch, poetisch und voll Verständnis für die Alten, die man nur allzu gerne auf das Abstellgleis geschoben sehen möchte.

Realitätsnah, witzig und erschreckend zugleich erzählen zwei ältere Herren, die sich auf einer Parkbank begegnen, von ihren Sorgen rund ums Älter werden und ihre Familien. Mit dem Gefühl, von den eigenen Kindern mehr geduldet als geliebt und ausgenutzt zu werden, planen die beiden die Flucht: eine Flucht vor der Familie; eine Flucht vor dem Ende im Altersheim. Noch einmal möchten sie das Leben in Freiheit genießen. Sie reißen aus um gemeinsam den noch verbleibenden Rest ihres Lebens zu verbringen. Doch dann passiert das Unerwartete …

Werden sich ihre Hoffnungen auf ein selbst bestimmtes Leben ohne Bitterkeit, Enttäuschung, Einsamkeit und Hilflosigkeit erfüllen?

Bearbeitung und Regie: Andy GeierMT2A5894a
Mit: Theo Rufinatscha und Erwin Oberhuber
Musik: Matthias Ladurner
Bühnenbild: Andy Geier
Licht: NN